Stattdessen gehört das erste Drittel den Figuren und ihren Orten, deren Exposition
jeweils ein Song und eine gemeinsame Szene mit Lotte gewidmet ist:
In der das Stück eröffnenden Begegnung mit Walther von der Vogelkacke lässt Lotte
keine Gelegenheit aus, um den tapsigen Musikanten zu necken. Sie ist selbstbewusst,
schlagfertig und aufgeweckt, wohingegen der Musikant, der in erster Linie gut
essen und ansonsten seine Ruhe will, dadurch die Herzen der Kinder erobert,
dass ihm nichts so gelingen will, wie er es sich vorstellt: ein dummer August eben,
der sich für einen großen Künstler hält.
Der Onkel, Ritter Doppelherz, führt sich in gesetzten Bewegungen und ausgewählter
Sprache als eleganter, ordnungsbewusster, mal strenger, mal herzlicher Herr des
Hauses ein. Die Beziehung zwischen ihm und Lotte ist von großer Zuneigung und
Vertrautheit, und von mindestens ebenso großer, wechselseitiger Wiedersehensfreude
geprägt.
Schauplatz der dritten Szene ist der Schlossgarten. Hierhin wird Lotte von Doppelherz
geschickt, weil der noch "unter vier Augen" mit Walther zu reden hat. Eh sie
jedoch dort eintrifft, hat das Publikum Gelegenheit, mit einer merkwürdigen Gestalt
Bekanntschaft zu machen:
Mit Madame Frosch, die im Schlossbrunnen haust und von einem besseren Leben als
Prinzessin träumt. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und macht sich über den Status
Quo wenig Illusionen. Wenn aber jemand käme, und ihr einen Kuss geben würde, dann,
ja dann...
Als aber tatsächlich jemand kommt, Lotte nämlich, da sucht die Fröschin lieber
Schutz in ihrem Brunnen, und statt eines Kusses auf ihr leuchtend grünes Froschmaul
bekommt sie einen Kiesel auf den Kopf. Kein günstiger Auftakt, aber wie viele
Freundschaften haben nicht mit einer kräftigen Reiberei begonnen... Und tatsächlich,
nachdem die beiden sich ausreichend misstrauisch beäugt haben, schließen sie endlich
Freundschaft. Dann muss Lotte rein, es ist schon spät.
Jetzt erst kommt die erste Nachtszene.