Die temporeiche, von Slapsticks und Musik begleitete Einführung der so unterschiedlichen
Charaktere wird es im weiteren erlauben, die relevanten Aspekte einer von Missbrauch
geprägten Beziehung parteiisch und dennoch differenziert vorzuführen:
So möchte auch die Fröschin einen Kuss von Lotte. Lotte nimmt sich ihr gutes Recht,
diesen zu verweigern - und die Fröschin akzeptiert das.
So fordert auch die Fröschin, dass ihre Existenz im Schlossbrunnen ein Geheimnis
bleibt. Aber dieses Geheimnis bedrückt Lotte nicht.
Lottes Rolle im Stück ist nicht auf die eines Opfers beschränkt. Über ein Drittel
des Stückes ist sie voller Energie, Neugier und Selbstbewusstsein, Eigenschaften,
die ihr die Identifikation des kindlichen Publikums sichern. Umso deutlicher
heben sich im Kontrast dazu ihre Niedergeschlagenheit und ihre Hilflosigkeit ab,
die in den folgenden Szenen immer wieder zwischen Lotte und ihr eigentliches
Temperament treten werden.







